Blumen – der Sommer für zu Hause

6. Jul 2016

Mit Blumen und einer Vielzahl verschiedener Pflanzen kann man sich sehr einfach ein Stückchen Sommer nach Hause holen. So sind Balkone und Terrassen die wohl am intensivsten genutzten „Gärten“ in Deutschland.

Es gibt kaum einen Platz in luftiger Höhe vieler Wohnhäuser, von dem im Sommer nicht Kaskaden von Blüten grüßen. Zauberhaft blühende Pflanzenkombinationen sind das Ergebnis langer Sonnentage und liebevoller gärtnerischer Pflege.
„Balkongärtner“ können sich ihre grüne Oase leicht selbst schaffen. Hierbei soll unser kleines 1x1 der Balkonkasten-Gestaltung helfen.

Grundsätzlich gilt es den Wuchscharakter der Pflanzen, das Pflanzgefäß, den Standort und das Farbspiel zu beachten. Der Wuchscharakter der Pflanzen wird über Leitpflanzen und Begleitpflanzen definiert. Leitpflanzen nehmen durch ihren aufrechten Wuchs eine dominierende Rolle ein und sollten stets in der Mitte gepflanzt werden. Begleitpflanzen zeichnen sich durch hängende Wuchsformen aus und werden meistens am Rand eingesetzt. In Blumenampeln kommen Begleitpflanzen in der Regel am besten zur Geltung.
Pflanzen wachsen umso besser, je mehr Platz für ihre Wurzeln vorhanden ist. So lassen sie sich in Kübeln oder Containern ebenso kultivieren wie in Holz-, Kunststoff-, Ton- oder Keramiktöpfen. Blumenampeln sind kleine hängende Gärten, die reizvolle und platzsparende Akzente setzen können. Bei Balkonkästen sollte ein Maß von 120 cm Länge nicht überschritten werden. Die Halterungen müssen das Gewicht eines bepflanzen Kastens halten können. Unerlässlich sind Löcher im Bodenbereich bei allen Gefäßen, damit keine Staunässe entsteht.
Die Vielfalt der Farbenpracht ermöglicht unzählige Kombinationen. Sinnvoll ist die gezielte Abstimmung auf das Umfeld. Bei einem weißen Hintergrund sind Farbkombinationen aus gelb, rot und blau zu empfehlen. Bei farbigen Hintergründen sollte man eher eine Farbkombination aus weiß, rot und blau wählen.
Pflanzen haben unterschiedliche Ansprüche. Wahre Sonnenliebhaber sind beispielsweise Strauchmargeriten, Mittagsgold, Vanilleblume oder Wandelröschen. Für Sonnige bis halbschattige Standorte eigenen sich Edel-Lieschen, Pelargonie, Petunie oder der Harfenstrauch. Halbschattig bis schattig mögen es Begonie, Fleißiges Lieschen und Fuchsie. Manche Pflanzen sind empfindlich gegen Zug und Wind, andere hingegen resistent. Dies sollte auch bei der Auswahl der Pflanzen beachtet werden.

Eine große Auswahl an Pflanzen ist bereits ab dem späten Frühjahr auf den Münchner Wochenmärkten zu finden. Nachfolgend sind einige der beliebtesten Pflanzensorten mit den jeweiligen Standort und Pflegehinweisen für Sie zusammengestellt.

Die Eisbegonie (Begonia semperflores) stammt in ihrer Urform aus Brasilien. Der Name Eisbegonie bezieht sich auf die brüchigen Blätter, da diese Pflanze eher frostempfindlich ist. Die eigentlich mehrjährige, krautige Blume wird in Deutschland nur einjährig kultiviert, wächst buschig und wird gerne in Gruppen zu Rabatten und Einfassungen gepflanzt. Ihr Farbspektrum reicht von weiß über rosa bis rot. Die günstigste Pflanzzeit ist Mitte Mai. Am besten gedeiht sie an sonnigen und halbschattigen Stellen, wobei selbst windige Balkone der Pflanze nicht schaden.

Die Fuchsie (Fuchsia) ist nach dem deutschen Botaniker Leonhart Fuchs benannt. Ursprünglich stammt sie aus den Bergwäldern Mittel- und Südamerikas und ist in Deutschland seit dem frühen 18 Jahrhundert als mehrjährige Kübel- oder Balkonpflanze bekannt. Charakteristisch sind die hängenden Blüten mit langem Kelch. Heute gibt es die Fuchsie in rund 100 Arten, als niedrige, wenige Zentimeter große Pflanze, aber auch als Baum von bis zu 10 m Höhe. Das Farbspektrum reicht von violett, rot, rosa bis weiß. Sie benötigt reichlich Wasser und bevorzugt windgeschützte, helle bis halbschattige Stellen. Ihre Pflanzzeit beginnt ab Mitte Mai und die Blütezeit reicht bis in den Spätherbst hinein.

Die Blaue Fächerblume (Scaevola aemula) entstammt dem australischen Raum. Sie besticht durch Blütenreichtum, Witterungsbeständigkeit und Selbstreinigung und eignet sich gut für die Ampelbepflanzung. Die buschig herabhängende Blume mit ihren intensiv blauen Blüten harmoniert bestens mit Hängepelargonien und Strauchmargeriten. Ihre Pflanzzeit beginnt ab Februar und die Blütezeit reicht von April bis Herbst.

Das Mittagsgold (Gazania) wird auch Sonnenthaler genannt und ist in Ostafrika beheimatet, wo sie mehrjährig wächst. In Deutschland wird sie meist nur einjährig gehalten, kann aber leicht überwintert werden. Sie öffnet ihre Blüten um die Mittagszeit, wenn die Sonne auf sie scheint. Gerade auf sonnigen Balkonen ist sie in gemischten Kästen eine Augenweide. Die fast polsterartig wachsenden Pflanzen werden in über 20 Sorten angeboten. Das Farbspektrum reicht von weiß über cremefarben bis hin zu gelb, orange und rot. Ihre Pflanzzeit beginnt im Mai und die Blütezeit reicht von Juni bis September.

Die Wandelröschen (Lantana camara-Hybrid) haben doldenartige, halbrunde Köpfe deren gedrängte Blüten beständig die Farbe wechseln. Blüten, die beim Aufblühen orangefarben sind, wechseln zu gelb oder dunkelrot und rosafarbene Blüten werden plötzlich feuerrot oder lila. So erhalten die Blütenköpfe ihr charakteristisch buntes Aussehen. Nur wenige Sorten sind farbstabil. Wandelröschen werden gerne als Leitpflanze in Töpfe und Beete eingesetzt und wirken sehr hübsch als Hochstämmchen. Ihre Pflanzzeit beginnt im April und die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober.

Wenn Sie nun auch Lust bekommen haben sich Ihr eigenes kleines Blumenparadies zu schaffen, sollten Sie sich bald auf dem Weg zum nächsten Münchner Wochenmarkt machen. Die Händler freuen sich auf Sie!